Talk dirty to me - Über die Lust am Tabubruch
Talk dirty to me - Über die Lust am Tabubruch

Talk dirty to me - Über die Lust am Tabubruch

Geposted von Silke Müller am

Eine Kunstform, die gut beherrscht werden sollte

 

Sinnliche Berührungen, körperliche Anziehungen, Sex. All das sind wichtige Themenbereiche in Bezug auf unser Liebesleben.

Aber wusstest du schon? Das Gehirn ist ein riesengroßes Lustzentrum. Worte und daraus resultierende Gedanken sind mächtig und können uns in vielerlei Hinsicht lenken.

Daher möchte ich mit diesem Beitrag dem Thema „Dirty Talk“ ein wenig mehr Aufmerksamkeit widmen.

Dirty Talk ist eine sexuelle Praktik, bei der man während des Aktes sexuelle Worte oder Phrasen benutzt, um die Lust zu steigern und die Stimmung zu erhöhen. Es ist eine Kunstform, die gut beherrscht werden sollte, um das volle Potenzial auszuschöpfen.

Der Begriff "Dirty Talk" klingt für viele Menschen zunächst vulgär oder unangenehm, aber wenn es richtig gemacht wird, kann es eine unglaublich sinnliche Erfahrung sein. Dirty Talk kann dazu beitragen, die Erregung zu steigern, indem man Fantasien und Wünsche verbalisiert, die man normalerweise nicht ausspricht. Es kann auch dazu beitragen, die sexuelle Beziehung zu einem Partner zu vertiefen, indem man sich gegenseitig näherkommt und die Grenzen der Intimität erweitert.

„Dirty Talk“ bedeutet zu deutsch „Schmutziges Reden“. Es geht also um Obszönitäten, die meist aufgrund der Lust am Tabubruch, als anregend empfunden werden.

 

Alles eine Frage der Kommunikation

 

Doch wer oder was definiert denn eigentlich was das sein soll? Was ist obszön und was nicht? Die Antwort ist ganz einfach: Dafür gibt es keine klare Regelung.

Wenn Menschen miteinander kommunizieren, so definieren sie das beiderseitig. Das ist das A und O für eine gelungene Kommunikationsbasis. By the way, das ist sicherlich in jeder zwischenmenschlichen Beziehung der Fall, egal ob wir hier von „Dirty Talk“ sprechen oder nicht.

Wir alle haben unterschiedliche Erfahrungen und Erlebnisse in unserem Leben gemacht. Es gibt da keinerlei feste Definition, was wir als anregend oder als abturnend empfinden. Auch kultureller Background kann hier ein Thema sein. Daher ist es wichtig sicherzustellen, dass alle Beteiligten sich wohl fühlen und bereit sind, sich darauf einzulassen. Auch die Wahl der Sprache und der Tonfall sind wichtig, dass diese für alle Beteiligten angenehm und erregend sind. Einige Menschen bevorzugen beispielsweise explizitere Ausdrücke, während andere lieber romantische Worte verwenden.

Darüber hinaus kann Dirty Talk auch dazu beitragen, sexuelle Ängste und Unsicherheiten zu überwinden, indem man sich auf Fantasien und Rollenspiele einlässt. Indem man seine Bedürfnisse und Wünsche verbalisiert, kann man auch dem Partner helfen, die eigenen sexuellen Vorlieben besser zu verstehen und gegebenenfalls darauf einzugehen.

Allerdings gibt es auch Risiken beim Dirty Talk, insbesondere wenn er nicht einvernehmlich oder respektvoll praktiziert wird. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass beide Partner sich sicher und wohl fühlen, und dass kein Partner unter Druck gesetzt wird, etwas zu sagen oder zu tun, was er oder sie nicht möchte.

 

Bereitet euch vor und werdet euch klar, was ihr wollt

 

Daher ist es wichtig, wenn man sich in punkto Dirty Talk aufeinander abstimmen möchte, sich selbst zunächst einmal klar zu machen: Was genau turnt mich an? Sind es bestimmte Worte? Ist es die Art, wie man mit mir spricht? Auffordernd? Flüsternd? Laut? Leise? Blumig oder Eiskalt?

Und noch wichtiger: Was empfinde ich als abturnend?

Setzt euch dazu im Vorfeld hin und schreibt es für euch auf, jeder für sich.

Dann spüre in dich rein, wie es sich anfühlt. Empfindest du mit bestimmten Wörtern ein absolutes Tabu? Es ist elementar, dass du dies offen deinem Gegenüber kommunizierst. Setzt euch dann bei einer guten Umgebung und für euch stimmigen Atmosphäre zusammen und sprecht gegenseitig an, was ihr gerne hören wollt. Gut ist dabei, wenn ihr das direkt mit Beispielen und Vorschlägen untermauert. Zum Beispiel: „Wie ist "Schlampe" für dich?“ , „Ich fühle mich mit folgenden Wörtern wohl/unwohl:...!“ „Könntest du dir vorstellen, mir Aufgaben zu erteilen, wie beispielsweise mich jetzt zu berühren?“

Falls du noch ein paar weitere Anregungen in Bezug auf mögliche Sätze benötigst,vielleicht ist hier noch etwas dabei, was für dich gut resoniert: "Ja, genau da, mach weiter!", „Ich liebe es, wie du mich berührst.", „Ich kann nicht genug von dir bekommen." , „Ich will dich schmecken.", „Ich will deine Hände überall auf meinem Körper spüren."

Es ist wichtig, dass man die Phrasen wählt, die zu einem selbst und zum Partner passen und sich beiden damit wohl fühlen, um eine gute Erfahrung zu haben. Dabei ist es absolut okay, sich langsam an Dirty Talk heranzutasten und sich zunächst mit einfacheren Phrasen und Sätzen gegenseitig vertraut zu machen.

 

Tastet euch langsam heran

 

So schaffst du bzw. ihr es, Grenzen für dich und deinen Partner*in zu setzen. Und dies wird dich in deinem Selbstvertrauen stärken und parallel wird dein Gegenüber dadurch mehr Respekt vor dir erlangen. Grenzen zu setzen ist ein wichtiger Aspekt, der zu einer gesunden und harmonischen Partnerschaft beiträgt.

 

Es ist also wichtig sich beim Dirty Talk langsam an den jeweiligen Partner*in heranzutasten und auszuloten, was anturnt. Umgekehrt kann es natürlich auch sein, dass das was man selbst als anturned empfindet für das Gegenüber ein totaler Abturner ist. Respekt und offene Kommunikation sind unabdingbar und demzufolge ist es wichtig, dass beide den Konsens finden und ihre Vorlieben besprechen. Manchmal sind es bestimmte Situationen, da möchte man etwas liebevolles ins Ohr geflüstert bekommen, manchmal ist es aber eben genau die fordernde Ansage des Gegenübers, jetzt eben „unartig“ zu sein. Dem Dirty Talk ist keine Grenze gesetzt. Ihr setzt sie beiderseits selbst. Und dabei ist auch noch folgende Info wichtig, die besprochen werden sollte: Wir alle haben mal bessere und mal schlechtere Tage. Es kann also auch mal sein, dass wir einfach mal an einem Tag etwas nicht wollen, mit dem wir sonst und im allgemeinen d`accord gehen.

 

Raus mit der Sprache

 

Wenn dieser wichtige Schritt getan ist, nämlich, dass du und dein Partner, deine Partner*in die Spielregeln definiert haben, so steht einem gelungenen Dirty Talk nichts im Weg. Und du wirst sehen: schon das Vorabgespräch, wie man sich den idealen Dirty Talk vorstellen kann, kann beiderseits sehr lustbereitend sein. Auch das ist Teil des Spiels.

Habt Spass, probiert euch aus, gebt schnelles Feedback, wenn etwas gefällt oder eben nicht. Seid offen, respektvoll und tolerant zueinander. Und schon kann aus dem „Dirty Talk“ doch ganz schnell ein „Sexy Talk“ werden, der gerne auch dirty werden kann.

Geht mutig voran, frei nach dem Motto: „Raus mit der Sprache, was wollt ihr hören?“

 

Herzlichst,

Deine Silke

 

Zum Abschluss noch etwas Wichtiges: Unsere Ratschläge dienen ausschließlich der Information über Sexualität und Liebe. Solltest du ernsthafte Probleme haben, suche bitte einen Arzt oder eine Ärztin deines Vertrauens auf.

#dirtytalk #lustspiel #kommunikation

← Älterer Post Neuerer Post →

Hinterlasse einen Kommentar

SEX JOURNAL - weitere Beiträge

RSS